Datenschutzfreundliche Voreinstellungen und technische Maßnahmen

Privacy Reloaded: Datenfresser auf Diät

Privacy by Default im Alltag: Datenschutz als Voreinstellung
Auf Empfehlung eines Bekannten lädst du dir eine neue App runter, die dir und deinen Kolleg*innen die Planung der jährlichen Vereinsfeier erleichtern soll. Die Anwendung ist eine große Hilfe bei der Koordination, aber ein Blick in die Einstellungen irritiert dich. Warum will die App standardmäßig alle Updates und Posts eurer Planungsgruppe öffentlich machen, damit auch andere Vereine sie sehen? Und wieso ist die Voreinstellung so, dass Zugriff auf deine Kamera gewährt wird, obwohl du das gar nicht benötigst? Mühsam musst du dich durch alle Seiten klicken, um deine Daten zu schützen.

Privacy by Default schiebt solchen Praktiken einen Riegel vor: Dieses Prinzip verpflichtet Anbieter zu datenschutzfreundlichen Voreinstellungen.

Privacy by Default: Voreinstellungen gegen Datensammelwut

Lästige Klick-Marathons durch Apps oder Webseiten, um möglichst hohe Datenschutzeinstellungen zu erreichen, sollen mit Privacy by Default der Vergangenheit angehören. Privacy by Default beschreibt das Prinzip der datenschutzfreundlichen Voreinstellungen: Es verpflichtet Anbieter dazu, ihre Produkte und Dienstleistungen von vornherein so einzustellen, dass zum Beispiel möglichst wenige deiner Daten verarbeitet werden. Standardeinstellungen von Apps oder sozialen Netzwerken, die beispielsweise deinen Standort mit allen deinen Freunden teilen oder Posts für Suchmaschinen auffindbar machen, widersprechen der Idee von Privacy by Default. Datenschutzfreundliche Voreinstellungen ermöglichen also ein Mindestmaß an Schutz vor ungewollter Datensammlung und -speicherung.

Privacy by Design: Technische Maßnahmen, damit Datenschutz Standard ist

Datenverarbeiter sollen bei der Entwicklung ihrer Verarbeitungsvorgänge gleich zu Beginn den Datenschutz einbeziehen: Das verlangt Privacy by Design. Eine App oder eine Software soll also so gestaltet werden, dass sie zum Beispiel eine Pseudonymisierung deiner Daten zulässt (mehr dazu findest du im Lexikon). Zusammen mit dem Privacy-by-Default-Prinzip sorgen solche technischen Maßnahmen dafür, dass du für den Schutz deiner Daten nicht im Nachhinein sorgen musst, sondern dieser von Anfang an besteht.

Punkten mit Datenschutz: Unterstützung für datenschutzfreundliche Anbieter

Mit den Regeln zu Privacy by Design und Privacy by Default soll Datenschutz zum Wettbewerbsvorteil werden: All jene Unternehmen, die sich Datenschutz sowieso schon auf die Fahne geschrieben haben und die vielleicht sogar neue Lösungen für datenschutzfreundliche Angebote entwickelt haben, erhalten nun einen kleinen Vorsprung. Solche Unternehmen, die bisher als Standardeinstellung eine massenhafte Datensammlung und -speicherung vorsahen, werden dagegen in die Pflicht genommen, ihre Angebote anzupassen. Damit sollst du als Verbraucher*in in Zukunft die Möglichkeit erhalten, zwischen vielen unterschiedlichen datenschutzfreundlichen Anbietern zu wählen.